Anam, Tahmima (Bangladesch):
Im Namen meiner Kinder. Roman. Englisch, übers. v. Anke Caroline Burger.
Taschenbuch. Berlin: Insel 2011 318 Seiten. ISBN: 978-3-458-35756-8 EUR 9,95
Schlagwörter:
Bangladesch ; Unabhängigkeitskrieg ; Geschichte 1971 ; Belletristische
Darstellung
Inhalt: In ihrem vielfach
ausgezeichneten, bereits in mehr als 20 Sprachen übersetzten Roman erzählt
Tahmima Anam die Geschichte einer Familie: eine Geschichte von Liebe und
Revolution, von Glaube, Hoffnung und unerwartetem Heldentum. Im Chaos des
Krieges in Bangladesch muß jeder wählen, zu welcher Seite er gehören will.
Rehana Haque hat zunächst nur ein Ziel: ihre Kinder zu retten. Und schließlich
muß auch sie eine schwere Entscheidung treffen. Dhaka, Ostpakistan, am Vorabend
des Unabhängigkeitskrieges. Rehana Haque ist glücklich: Wie jedes Jahr feiert
sie die Rückkehr ihrer Kinder Maja und Sohail, die sie nach dem Tod ihres
Mannes zu verlieren fürchtete. Im Garten ihres Hauses blühen die Rosen, ihr
Spezialgericht Biryani ist gelungen, die Kinder, bald erwachsen, sind noch
immer der Mittelpunkt ihres Lebens und erwidern die Liebe der Mutter
respektvoll und zärtlich. Doch in der Stadt brodelt es. Der bengalische
Oppositionsführer Mujib hat die Wahl gewonnen, aber die pakistanische Regierung
weigert sich, ihn anzuerkennen. Aufruhr liegt in der Luft. Maja und Sohail, die
in der Studentenbewegung für die Unabhängigkeit engagiert sind, zieht es zu
ihren Freunden. Doch keiner von Rehanas Gästen ahnt, was folgen wird. Der
Freiheitskampf in Bangladesch wird von Pakistan unfaßbar grausam unterdrückt.
Und das Leben von Rehana und ihrer Familie wird von Grund auf erschüttert
werden.
Anam,Tahmima (Bangladesch):
Mein fremder Bruder. Roman. Originaltitel: The Good Muslim,
Englisch, übers. v. Anke Caroline Burger. Berlin: Insel 2011. 300 Seiten. ISBN:
978-3-458-17514-8 EUR 21,90
Schlagwörter:
Bangladesch ; Fundamentalismus ; Frauenfeindlichkeit ; Ärztin ; Emanzipation ;
Belletristische Darstellung
Inhalt: Wie kann es sein, daß
der eigene Bruder plötzlich nur noch die Regeln Allahs befolgt? Daß er den eigenen
Sohn vernachlässigt, weil er glaubt, daß Gott es so will? Als Maya Haque nach
vielen Jahren zu ihrer Familie nach Dhaka zurückkehrt, versteht sie die Welt
nicht mehr. Sohail, ihr geliebter Bruder, einst ein fortschrittlich denkender
junger Mann und wie sie flammender Kämpfer für die Freiheit Bangladeschs, hat
sich in einen strenggläubigen Moslem verwandelt. Mayas Elternhaus ist zum Ort
fundamentalistischen Wahns geworden, und Sohail verbietet seinem Sohn Zaid den
Besuch einer weltlichen Schule. Aber auch in Mayas Leben hat sich viel
verändert. Als Ärztin auf dem Land mußte sie erfahren, wie brutal Frauen
unterdrückt werden, wie stark der dumpfe Aberglaube der Dorfbevölkerung nach
wie vor ist. Die Greuel des Unabhängigkeitskrieges haben bei allen tiefe Spuren
hinterlassen: den unzähligen vergewaltigten Frauen, den traumatisierten jungen
Kämpfern. Maya nimmt sich des vernachlässigten kleinen Zaids an. Aber als
Sohail Zaid auf eine entfernte Koranschule schickt, wo er mißhandelt wird, ist
für Maya das Maß voll.
Berman, Sabina
(Mexiko): Die Frau die ins Innerste der Welt tauchte. Roman. Originaltitel: La mujer que buceó dentro del
corazón del mundo, Spanisch, übers. v. Angelica Ammar. Frankfurt/M.:
S. Fischer 2011, 300 Seiten. ISBN: 978-3-10-021606-9 EUR
19,95
Schlagwörter: Mexiko ;
Pazifikküste ; Mädchen ; Autismus ; Fischverarbeitung ; Belletristische
Darstellung
Inhalt: "Ich weiß, dass mein Geist langsam ist, zumindest
verglichen mit dem der Standardmenschen." Dies sagt Karen, eine junge
Mexikanerin. Zu Beginn des Romans ein verwahrlostes autistisches Mädchen, lernt
sie in der Obhut ihrer Tante, "ich" zu sagen und "ich" zu
werden. Das Meer und die großväterliche Thunfischfabrik werden ihre liebsten
Orte, Wesen mit Kiemen sind ihr näher als "Standardmenschen". Dabei
hat sie letzteren viel zu geben, Ideen, Engagement, sogar Profit. Aber eines
Tages steht alles auf dem Spiel, und auch die letzte Verbindung scheint gekappt
wie ein Sauerstoffschlauch.
Sabina Berman ist ein umwerfender, überraschender, wilder Roman gelungen. Mit
Karen gehen wir auf Tauchgang und stellen fest: Der Mensch ist es nicht, der
die Welt im Innersten zusammenhält.
Bey, Maïssa
(Algerien): Ausgeblendet. Roman. Originaltitel: Entendez-vous dans les montagnes, Französisch,
übers. v. Christine Belakhdar. Mainz: Donata
Kinzelbach 2011. 164 Seiten. ISBN: 978-3-942490-06-1 EUR
16,00
Inhalt: Eine Zugfahrt nach Marseille wird eine Reise zur Wahrheit über
den Algerienkrieg. Im Abteil konfrontiert sind ein älterer Franzose, eine
Algerierin, die wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat in Frankreich lebt, und
ein junges Mädchen, Tochter von Algerien-Franzosen, die ihr gegenüber den
Unabhängigkeitskrieg stets totschwiegen. Die Gespräche führen zurück ins Jahr
1957. Der Vater der Algerierin stirbt unter der Folter der Franzosen. Der
ältere Herr dient als Rekrut am Ort dieser Grausamkeiten. Man hatte das alles
ausgeblendet. Aber die Tatsachen sind stärker, werden bedrängend. Ein Bericht
von höchster Intensität, frei von Rachegedanken. Das Buch ist ein wichtiges
Dokument humaner Gesinnung.
CHU T'ien-wen
(Taiwan): Notizen eines einsamen Mannes. Roman. Chinesisch, übers. v.
Guido Keller . Frankfurt am Main: Angkor 2011, 236 Seiten. ISBN:
978-3-936018-70-7 EUR 19,90
Inhalt: In Chu Tien-wens "Notizen eines einsamen Mannes"
erinnert sich der vierzigjährige Ich-Erzähler Xiao in fünfzehn Kapiteln an eine
Reihe von Liebhabern, während sein Freund aus Kindheitstagen, Ah Yao, an AIDS
stirbt. Der Roman ist von einem buddhistischen Grundton getragen.
Hauptthema ist die Sterblichkeit, der Erzähler wägt Ah Yaos riskanten
Lebensstil, seinen politischen Aktivismus und seine Hassliebe zur eigenen
Mutter ab. Die Zerbrechlichkeit romantischer Liebe wird der Macht des Eros
gegenübergestellt, über den Trost des Schreibens philosophiert und über die
Kälte einer jüngeren, von Videospielen besessenen Generation. Das Leben am
Rande der taiwanesischen Gesellschaft wird über Metaphern und Anspielungen wie
auf den Filmemacher Fellini, den 2009 verstorbenen Ethnologen Lévi-Strauss, den
Philosophen Michel Foucault und sogar den Popstar Michael Jackson reflektiert.
Dabei gelingt noch ein knapper Streifzug durch Taiwans Geschichte seit Chiang
Kai-shek bis heute. Am Ende macht der Erzähler eine Pilgerfahrt zum Ganges.
Company, Flavia
(Argentinien): Die Insel der letzten Wahrheit. Roman. Originaltitel: L'illa
de l'ùltima veritat, Katalanisch, übers. v. Kirsten Brandt. Berlin:
Bloomsbury 2011, 180 Seiten. ISBN: 978-3-8270-0988-3 EUR
17,90
Schlagwörter:
Atlantischer Ozean ; Schiffbrüchiger ; Überleben ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Matthew Prendel ist
wieder da. Fünf Jahre war er verschollen und nun ist er wieder, allerdings nur
rein körperlich, wieder Teil der Gesellschaft. Verändert hat er sich, stark.
Vermögend plötzlich, das zum einen, aber vor allem irgendwie innerlich nie ganz
anwesend, wie über den Dingen, den Menschen schwebend.
Sein Segelboot wurde zu Zeiten von Piraten aufgebracht, seine Begleiter sind
nie wieder aufgetaucht, auf einer Insel soll er ausgeharrt haben. Phoebe, durch
deren Augen Flavia Company die Geschichte erzählt, erobert diesen Mann für sich
und wird am Ende seines eher kurzen Lebens die ganze Geschichte aus seinem
eigenen Mund erfahren. Wie er nach dem Überfall auf einer Insel strandete,
gerettet von einem der Männer, der Teil der Piratengruppe war und nun ebenfalls
mit Prendel auf der Insel gestrandet ist, der aber, im Gegensatz zu Prendel,
damit ein ganz konkretes Ziel verfolgt. Ein Ziel, zu dessen Erreichung Prendel durchaus
eine Rolle spielen soll. Prendel, der als Freidenker der Maxime folgte, dass
'wir alle jemand in uns tragen, der aus dem Alltagstrott ausbrechen will,
jemand, der sich beweisen will, dass wir einzigartig sind', und der nun in
einer Art und Weise aus seinem freiheitsliebenden und segelndem Alltagstrott
herausgenommen wird, die ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit und seines
Verstandes führt. Wird sich herausstellen, dass er wirklich 'besser ist als
seine äußere Hülle'?
Condé, Maryse (Guadeloupe): Victoire. Ein Frauenleben im
kolonialen Gouadeloupe. Roman. Originaltitel: Victoire, les saveurs et les mots,
Französisch, übers. v. Peter Trier. Taschenbuch. Kehl:
Litradukt 2011, 264 Seiten. ISBN: 978-3-940435-08-8 EUR
15,80
Schlagwörter:
Guadeloupe ; Weibliche Schwarze ; Köchin ; Sozialer Aufstieg ; Geschichte
1875-1915 ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Die Geschichte
von Victoire Quidal, Großmutter der Autorin Maryse Condé, die Ende des 19.
Jahrhunderts auf Guadeloupe aufwächst. Obwohl sie nie lesen und schreiben lernt
und nur kreolisch spricht, gelingt es ihr, als talentierte Köchin ihrer Tochter
einen sozialen Aufstieg zu ermöglichen.
Ein faszinierendes Sittengemälde der französischen Antillen zur Kolonialzeit
Eseddin, Mansura (Ägypten): Hinter dem Paradies. Roman.
Originaltitel: Wara'a al-Firdaus, Arabisch, übers. v. Hartmut Fähndrich.
Zürich: Unionsverlag 2011 (verfügbar ab September 2011), 220 Seiten. ISBN:
978-3-293-00434-4 EUR
19,90
Schlagwörter:
Nildelta ; Dorf ; Familie ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Es ist die Geschichte einer beispiellosen Emanzipation. Der
Blick der Heldin, der aufsässigen Tochter, ist unerbittlich; sie rekonstruiert
das Leben des Vaters, um sich über sich selbst klar zu werden: Was hat Mimoun
Driouch damals in der marokkanischen Provinz eigentlich so alles getrieben?
Bloß Ziegen gehütet, die Cousine Fatma bezirzt und das tugendhafteste Mädchen
des Dorfes geheiratet? Doch wieso hat sich Mimoun dann auf den Weg nach Spanien
gemacht? Dort wird aus ihm ein erfolgreicher Kleinunternehmer, der es auf
beleibte Spanierinnen abgesehen hat. Selbst als er die gesamte Familie nach
Katalonien nachkommen lässt, gehen die Frauengeschichten weiter bis die Tochter
sich nicht mehr länger den Mund verbieten lassen will: Je mehr der Roman sich
nach Europa verlagert, desto stärker wird sie und desto schwächer der
vermeintlich übermächtige Vater. Najat El Hachmi verrät ihre vielschichtigen,
eigenwilligen Figuren nie, stellt ihre Schwächen aber schonungslos bloß.
Jenseits aller Klischees und Stereotypen zeugen sie von der Komplexität der
Welt, in der wir alle leben.
Hachmi, Najat el- (Marokko):
Der letzte Patriarch. Roman. Originaltitel: L'ultim particara,
Katalanisch, übers. v. Isabel Müller. Berlin: Wagenbach 2011, 352 Seiten. ISBN:
978-3-8031-3235-2 EUR 22,90
Schlagwörter:
Katalonien ; Marokkanischer Einwanderer ; Patriarchalismus ; Tochter ;
Emanzipation ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Es ist die
Geschichte einer beispiellosen Emanzipation. Der Blick der Heldin, der
aufsässigen Tochter, ist unerbittlich; sie rekonstruiert das Leben des Vaters,
um sich über sich selbst klar zu werden: Was hat Mimoun Driouch damals in der
marokkanischen Provinz eigentlich so alles getrieben? Bloß Ziegen gehütet, die
Cousine Fatma bezirzt und das tugendhafteste Mädchen des Dorfes geheiratet?
Doch wieso hat sich Mimoun dann auf den Weg nach Spanien gemacht? Dort wird aus
ihm ein erfolgreicher Kleinunternehmer, der es auf beleibte Spanierinnen
abgesehen hat. Selbst als er die gesamte Familie nach Katalonien nachkommen
lässt, gehen die Frauengeschichten weiter bis die Tochter sich nicht mehr länger
den Mund verbieten lassen will: Je mehr der Roman sich nach Europa verlagert,
desto stärker wird sie und desto schwächer der vermeintlich übermächtige Vater.
Najat El Hachmi verrät ihre vielschichtigen, eigenwilligen Figuren nie, stellt
ihre Schwächen aber schonungslos bloß. Jenseits aller Klischees und Stereotypen
zeugen sie von der Komplexität der Welt, in der wir alle leben.
Lahens, Yanick
(Haiti): Und plötzlich tut sich der Boden auf. Haiti, 12. Januar 2010. Erzählung.
Französisch, übers. v. Jutta Himmelreich. Zürich: Rotpunkt 2011, 160 Seiten.
ISBN: 978-3-85869-439-3 EUR 18,50
Schlagwörter:
Port-au-Prince ; Erdbeben ; Geschichte 2010 ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Es war einmal eine
Stadt, die hieß Port-au-Prince....Am 12. Januar 2010 um 16.53 bebt in Haiti die
Erde. Nach weniger als einer Minute ist nichts mehr, wie es war. - Ein
Weltungergang, den Yanick Lahens hier in Worten festhält. Sie erzählt, wie sie
das Beben erlebt hat, wie sich plötzlich der Boden unter den Füßen auflöste,
wie sie aus dem Haus ins Freie ief, gemeinsam mit den Nachbarn Zuflucht suchte.
Sie berichtet von der ersten Fahrt ins Zentrum von Port-au-Prince, wo es ganz
still ist. Wo die Toten auf der Straße liegen, wo Menschen sich suchen, sich
wiederfinden, wo Verschüttete um Hilfe rufen. Haiti, warum trifft es schon
wieder Haiti? Yanick Lahens stellt die Fragen nach einem Sinn. In
konzentrischen Kreisen öffnet sich der Blick von ihrem Haus auf das Land und
die ganze Welt. Wird es ihrem so selbstbewussten und doch leidgeprüften Volk
gelingen, sich wieder aufzurichten? Birgt der am Boden liegende
Präsidentenpalast nicht auch die Chance zum Neuanfang? Rauben die
Hilfsorganisationen dem Land nicht die letze Würde, die es so gut brauchen
könnte?Höchst beeindruckend legt Yanick Lahens hier ein ganz persöniches
Zeugnis, eine Innenansicht der Katastrophe jenseits der Fernsehbilder vor und
wagt es, die Riesenwelle der internationalen Hilfe infrage zu stellen und die
Ursachen des ungelösten Nrd-Süd-Konflikts zu benennen.
Lê Minh Khue (Vietnam): Kleine Tragödien. Kurzgeschichten. Vietnamesisch, übers. v. Günter Giesenfeld und Marianne Ngo. Halle: Mitteldeutscher Verlag 2011, 280 Seiten. ISBN: 978-3-89812-796-7 EUR 24,00
Li, Yiyun (China/ USA): Tausend Jahre frommes Beten. Erzählungen. Originaltitel: A Thousand Years of
Good Prayers, amerikan. Englisch, übers. v.
Anette Grube. München: Hanser 2011, 224 Seiten. ISBN: 978-3-446-23745-2 EUR
19,90
Schlagwörter:
Chinesen ; Alltag ; Grenzsituation ; Kulturkontakt ; Erzählung ; Anthologie
Nedjma (Pseud.) Wilde Feigen : Roman / Nedjma. Aus dem
Franz. von Antoinette Gittinger. Originaltitel: La traversée des sens.
München : Droemer 2011,
237 S.ISBN: 978-3-426-19871-1 Pp. : EUR 16.99 Inhalt: Der Roman “Wilde Feigen”
von Nedjma erzählt die Geschichte von Leila, die von ihrer Familie mit einem fremden
Mann verheiratet wird. In der Hochzeitsnacht passiert etwas, das Leilas Leben
ändern wird: ihr Ehemann behauptet, sie sei nicht unberührt. Folgend wird Leila
aus ihrer Familie verstoßen. Doch nun tritt Zobida in ihr Leben.
Nunn, Malla
(Swaziland): Lass die Toten ruhen. Kriminalroman. Originaltitel: Let
the Dead lie, Englisch, übers. v. Armin Gontermann. Berlin: Rütten &
Loening 2011, 360 Seiten. ISBN: 978-3-352-00800-9 EUR
19,95
Inhalt: Nur achtundvierzig Stunden Durban in den fünfziger Jahren. Drogenbosse,
Zuhälter, korrupte Polizisten, indische Kleinkriminelle, gestrandete Deutsche
beherrschen die Szene. Emmanuel Cooper, ein verdeckter Ermittler, muss einen
Mörder finden, um sich selbst zu retten.
Nwaubani, Adaobi
Tricia (Nigeria): Die meerblauen Schuhe meines
Onkels Cash-Daddy. Roman. Englisch, übers. v. Karen Nölle. München: dtv
premium 2011, 540 Seiten. ISBN: 978-3-423-24861-7 EUR
14,90
Schlagwörter: Nigeria ;
Chemieingenieur ; Onkel ; Geschäftsidee ; Betrug ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Kingsley, der
Erstgeborene, genießt Privilegien. Bei Tisch darf er darauf warten, dass das
Essen serviert wird, in seiner dünnen Egusi-Suppe schwimmt ein Stück Fleisch
und sein Universitätsabschluss wird mit einer Party gefeiert. Doch die Zeiten
in Nigeria sind schlecht, er findet keine Arbeit, und der Brautpreis für Ola –
seine süße, wunderbare Ola, ist viel zu hoch. Bildung zählt zwar in Nigeria,
doch ohne Geld und ein »Langbein« geht gar nichts. So nimmt Cash Daddy den
Neffen unter seine Fittiche und Kingsley lernt die Spielregeln des Überlebens
...Der Roman führt an eine Stelle, an der sich westliche Welt und afrikanischer
Kontinent berühren – jedoch locken hier nicht Europa oder die USA, sondern
Afrika, genauer gesagt Nigeria mit dem Versprechen schnell verdienten
Reichtums. Die Nigeria Connection der 419-Scammer ist enorm erfolgreich.
Erfinderisch macht sie sich die Geldgier, die Dummheit, aber auch das Mitleid
von Menschen im Westen zu Nutze.
Osorio, Elsa (Argentinien): Die Capitana : Roman / Elsa Osorio
Originaltitel: Mika.
Gerhold, Stefanie
[Übers.] Berlin : Insel Verlag 2011.
230 S. ISBN 978-3-458-17517-9.
EUR 19.90
Inhalt: Im Sommer 1936
vibriert Madrid vor revolutionärer Glückserwartung; zugleich herrscht Angst vor
dem, was der Putsch der rechten Militärs dem Land bringen wird. Die Straßen
sind voller junger Menschen auf der Suche nach Waffen für den bevorstehenden
Bürgerkrieg. Gemeinsam mit ihrem Mann Hipólito hat sich die argentinische
Anarchistin Mika Etchebéhère dem bewaffneten Widerstand angeschlossen, um gegen
Francos Truppen für eine gerechtere Welt zu kämpfen – so ungleich die Mittel
auch sind.
Ihre politische Überzeugtheit und ihre Liebe zu ihrem von Krankheit
gezeichneten Mann haben Mika unversehens in den Krieg geführt. Als ein
Schicksalsschlag ihren Lebenswillen zu erschüttern droht, sind es wieder die
Ereignisse, die ihr die persönliche Trauer zu überwinden helfen, und Mika wird
mit ihrer starken Ausstrahlung und ihrer Fähigkeit, Menschen zu begeistern, für
die schlecht ausgerüsteten Milizen unentbehrlich. Sie ernennen sie zur
Capitana, der einzigen Frau, die im Spanischen Bürgerkrieg eine Kolonne führt.
Und während sie mit den unter ihrem Befehl stehenden jungen Männern und Frauen
in den Schützengräben vor Madrid liegt und kämpft, wird ihnen von den
moskauhörigen Kommunisten unterstellt, Feinde der Republik zu sein – ein
weiteres Drama beginnt. Mit Die
Capitana läßt Elsa Osorio, Autorin des Bestsellers Mein Name ist Luz, diese
außergewöhnliche Frau noch einmal auferstehen. Ein hellwach erzählter,
aufwühlender Roman über die Lebens- und Liebesgeschichte einer Frau in Zeiten
von Krieg und Revolution.
Piñeiro, Claudia (Argentinien): Der Riss. Roman. Originaltitel: Las grietas de Jara, Spanisch, übers. v. Peter Kultzen. Zürich: Unionsverlag 2011, 260 Seiten. ISBN: 978-3-293-00431-3 EUR 19,90
Schlagwörter:
Buenos Aires ; Architekt ; Midlifecrisis ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Seit zwanzig Jahren sitzt Pablo Simó im selben Architekturbüro
und schafft den Absprung nicht. Ebenfalls zwanzig Jahre dauert seine Ehe mit
Laura, mit der ihn nurmehr die Gewohnheit und die gemeinsame, pubertierende
Tochter verbindet.
Als unerwartet eine junge Frau ins Büro kommt und nach Nelson Jara fragt,
enthüllt sich allmählich ein Geheimnis, in das Simó ebenso verwickelt ist wie
sein Chef und eine Arbeitskollegin. Das aufgetauchte Mädchen bringt das prekäre
Gleichgewicht von Simós Leben ins Schwanken. Und eine nach der anderen
entgleiten ihm die Gewissheiten, die ihn bis zu diesem Augenblick getragen
haben.
Restrepo, Laura
(Kolumbien): Die Insel der Verlorenen. Roman. Originaltitel: La Isla
de la pasión, Spanisch, übers. v. Elisabeth Müller. München: Luchterhand
2011. 360 Seiten. ISBN:
978-3-630-87358-9 EUR 19,99
Schlagwörter:
Isla Clippteron ; Gouverneur ; Ehefrau ; Gefolgschaft ; Versorgungskrise ;
Existenzkampf ; Geschichte 1902-1916 ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Im Jahr 1908 setzen der mexikanische Hauptmann Ramón Arnaud,
seine junge Braut Alicia und elf weitere Soldaten mit ihren Familien die Segel,
um zur Clipperton-Insel, einem winzigen pazifischen Atoll, aufzubrechen. Sie
haben den Auftrag, das abgeschiedene – aber strategisch wichtige – Eiland vor
einer eher unwahrscheinlichen Invasion seitens der Franzosen zu schützen. Aber
dann werden die Bewohner auf Clipperton wegen der politischen Wirren in der
Heimat und dem Nahen des Ersten Weltkriegs einfach vergessen. Und das Überleben
aller hängt auf einmal von Alicias Mut und List ab.
Mit ihrem reichen Korallenriff rund um das Atoll und der stehenden Lagune ist
die Clipperton-Insel kein einladender Ort für ihre neuen Bewohner. Aber diese
machen das Beste daraus: Die starre militärische Ordnung weicht bald einem eher
informellen Inselleben; die Gruppe errichtet ein Lebensmittelgeschäft, eine
Apotheke, einen Leuchtturm, sie feiern Dinnerpartys. Aber dann bleiben plötzlich
die Versorgungsschiffe aus. Sich selbst und der unwirtlichen Natur
ausgeliefert, sieht sich das Grüppchen mannigfaltigen Gefahren gegenüber:
Skorbut, Hunger, Verzweiflung, Eifersucht, Gewalt. In dieser Situation wird die
unerschütterliche und einfallsreiche Alicia zur letzten Hoffnung der Bewohner
auf der Insel der Verlorenen.
Siege, Nasrin
(Iran): Ich kehre zurück, Dadabé. Die Geschichte eines madagassischen
Mädchens. Roman. Frankfurt a. M.: Brandes & Apsel 2011. 160 Seiten.
ISBN: 978-3-86099-713-0 EUR 19,99
Inhalt: Nasrin Siege, bekannt durch ihre Bücher über das Leben einfacher
Menschen in Afrika, veröffentlicht hier eine von der ersten bis zur letzten
Seite spannende Geschichte vom Überleben in einem der ärmsten Viertel der
madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Es geht um den alltäglichen Kampf um
Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf, aber auch um Lebensfreude,
Hoffnung und Zusammenhalt unter den Armen.
Subercaseaux,
Elizabeth (Chile): Die Geliebten. Roman. Originaltitel: Las Confidentes, chil. Spanisch,
übers. v. Maria Hoffmann-Dartevelle . München: Pendo 2011 240 Seiten. ISBN:
978-3-86612-271-0 EUR 17,99
Schlagwörter:
Pennsylvania ; Rechtsanwalt ; Geliebte ; Trennung ; Mord ; Geschichte 1999-2008
; Belletristische Darstellung; Chile ; Wirtschaftswissenschaftler ; Trennung ;
Ehefrau ; Mord ; Geschichte 1994-2008 ; Belletristische Darstellung
Inhalt: Es ist ein ganz normaler Tag im Herbst, doch für manche ist es der Tag, an dem die Welt zerbricht. Zwei Männer treffen gleichzeitig eine verhängnisvolle Entscheidung: Nahuel beschließt, seine Familie in Chile zu verlassen, um mit Juliette, seiner französischen Geliebten, ein neues Leben zu beginnen. Joshua, ein amerikanischer Anwalt, trennt sich von seiner Geliebten Quinn, um seine Ehe zu retten. Für beide eine Entscheidung, die zur Katastrophe führt, denn in derselben Nacht geschieht in Chile und in den USA ein furchtbares Verbrechen. Alles, was eben noch wichtig war, verliert an Bedeutung. Aber erst als Juliette und Quinn sich viele Jahre später durch einen Zufall begegnen, wird klar, was wirklich geschah und wie dramatisch sich verletzte Gefühle auswirken können ...
Unigwe, Chika
(Nigeria): Schwarze Schwestern. Roman. Originaltitel: Fata Morgana,
Niederländisch, übers. v. Ira Wilhelm. Stuttgart: Klett-Cotta/Tropen 2011, 284
Seiten. ISBN: 978-3-608-50109-4 EUR 19,95
Schlagwörter:
Belgien ; Nigerianerin ; Prostitution ; Mord ; Frauenfreundschaft ;
Belletristische Darstellung
Inhalt: Sisi, Ama, Efe und Joyce
sind jung und wissen nicht weiter. In der Hoffnung auf ein besseres Leben
lassen sie sich nach Europa schleusen. Dort verkaufen sie Abend für Abend ihre
Körper. Unter der harschen Aufsicht einer Zuhälterin teilen sie eine Wohnung,
und jede versucht, angesichts der täglichen Demütigungen ihre Würde zu wahren.
Als Sisi, die Verschlossenste unter ihnen, ermordet wird, beginnen die übrigen
einander ihr Leben zu erzählen. Eine bewegende Geschichte über die Verheißungen
Europas, verlorene Illusionen und den Trotz der Selbstachtung. Lebendig und
direkt, durchdrungen von der vitalen Kraft afrikanischer Erzähltraditionen.
Kategorie 2
Ngo Bakonde, Elise Nathalie: La représentation du «rêve de
l’ailleurs» par la voix féminine migration et féminisme dans les œuvres de
Maryse Condé, Aminata Sow Fall, Gisèle Pineau, Calixthe Beyala et Fatou Diome / Elise Nathalie Ngo Bakonde. 1., Aufl.
Stuttgart : ibidem 2011 222 S.: Zugl.: Universität Bremen, Diss.,
2011 ISBN 978-3-8382-0284-6 Pb. : EUR
29.90
Abu Ghaziyin, Rachid
(Saudi-Arabien) Mit Ohnmacht verkleidet gehe ich aus / Rachid Abu
Ghaziyin
Basel : Lisan Verlag 2011.
60 S. 978-3-905950-13-7 EUR 13.00
Lyrik
Agustini, Delmira (Uruguay): Leere Kelche. Anthologie
Lyrik. Originaltitel: Los cálices vaíos, Spanisch, übers. v. Reinhard
Streit. Zürich: teamart 2011, ISBN: 978-3-908126-34-8
al-Mazru'i, Fatma (Saudi-Arabien):
Dass ich auf meine Art lebe / Fatma al-Mazru'i. 1. Aufl.
Basel : Lisan Verlag 2011.
60 S. 978-3-905950-15-1 EUR 13.00
Lyrik
Chili, Chai, Chapati. Kurzgeschichten.
Hrsg. v. Friederike Grenner, Jürgen Neuß und Anna Petersdorf . Hindi,
Klagenfurt/Wien: Kitab 2011, 296 Seiten. ISBN: 978-3-902585-80-6
Heekyoung Kim
(Korea): Wo geht's lang? Karten erklären die Welt.. Bilderbuch.
Koreanisch, übers. v. Hans-Jürgen Zaborowski. Illustrationen von Krystyna
Öipka-Sztarballo. Hildesheim: Gerstenberg 2011, 48 Seiten. ISBN:
978-3-8369-5352-8
Schlagwörter:
Kartographie ; Sachbilderbuch
Kaushal, Swati
(Indien): Delhi Love Story. Roman. Originaltitel: A Girl like me, Englisch, übers. v.
Stephanie Singh. München: cbj Verlag 2011, 381 Seiten. ISBN:
978-3-570-40033-3
Schlagwörter:
Delhi ; Weibliche Jugend ; Wohnungswechsel ; Verlieben ; Jugendbuch
Maathai, Wangari
(Kenia): Afrika, mein Leben. Erinnerungen einer Unbeugsamen. Autobiographie.
Originaltitel: Unbowed, Englisch, übers. v. Ursula Wulfekamp.
Taschenbuch. Köln: Dumont 2011, 400 Seiten. ISBN: 978-3-8321-6162-0
Schlagwörter:
Maathai, Wangari ; Autobiographie
Nabwire, Doreen
(Kenia): Traumpass. Autobiographie. Köln: Egmont 2011, 189 Seiten. ISBN:
978-3-8025-3716-5
Schlagwörter:
Nabwire, Doreen ; Autobiographie; Kenianerin ; Fußball ; Erlebnisbericht; Kenia
; Frau ; Fußball ; Erlebnisbericht
Virnich, Birgit,
Lolosoli, Rebecca (Kenia): Mama Mutig. Wie ich das erste
Frauendorf Afrikas gründete. Biografie. München:
Südwest 2011 (verfügbar ab 5. September 2011), 232 Seiten. ISBN:
978-3-517-08713-9