LiBeraturpreis

 

Der LiBeraturpreis ist 1987 aus der Arbeit des Ökumenischen Zentrums Christuskirche in Frankfurt am Main erwachsen. Den Initiatoren fiel auf, dass in der entwicklungspolitischen Diskussion die ökonomische und politische Instabilität der sogenannten Dritten Welt thematisiert, nicht oder zu wenig aber auf den kulturellen Reichtum der Länder des Südens eingegangen wird.

Deshalb wurde ein Preis von Leserinnen und Lesern gestiftet, der Literatur aus Lateinamerika, Asien und Afrika dem hiesigen Publikum näher bringen soll. Bücher laden dazu ein, anderen Kulturen zu begegnen und eigene Wahrnehmungen zu überprüfen und verändern. Literatur kann die Vielfalt der Kulturen und den Reichtum unterschiedlicher Erfahrungen und Traditionen auf unterhaltsame Weise erschließen. Bücher können unsere Wahrnehmung verändern, uns von alten Denkmuster befreien. Das große B im Titel des Preises will u.a. auf diese Form von Befreiung aufmerksam machen.

Der LiBeraturpreis wird ausschließlich an Frauen verliehen, da es Autorinnen aus den "Ländern des Südens" oft noch schwerer als ihre Kollegen haben, wahrgenommen zu werden.


Das Auswahlverfahren

Einmahl jährlich - nach der Frankfurter Buchmesse - erscheint eine Literaturliste der im vorangegangenen Jahr in deutscher Sprache erschienen Bücher von Autorinnen aus den "Ländern des Südens". Die Bücherliste besteht aus zwei Rubriken. Rubrik I ist eine Aufstellung aller Titel, die für eine Preisverleihung in Frage kommen (siehe auch 'Die Kriterien'). Die Rubrik II enthält aus Literaturliste Titel, denen die Initiative möglichst viele Leserinnen und Leser wünscht, die aber für den Preis nicht in Betracht kommen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Taschenbuchausgaben und Neuauflagen bereits erschienener Titel oder um Bücher verstorbener Autorinnen.

Der Verein "LiBeraturpreis" misst der Leseförderung einen zentralen Stellenwert bei. So werden alle interessierten Leserinnen und Leser eingeladen, Stellungnahmen zu den Titeln der Rubrik I bis jeweils Mitte April des folgenden Jahres abzugeben. In der zweiten Aprilhälfte entscheiden dann die Mitglieder der Initiative, welche Bücher der Jury vorgeschlagen werden.

Die Jury, deren Zusammensetzung jedes Jahr variiert, besteht aus Literatur-Profis, Autorinnen und Autoren, BuchhandlerInnen, ÜbersetzerInnen, VerlegerInnen und LiteraturwissenschaftlerInnnen. Die Jury prüft die Titel der Auswahlliste und wählt die LiBeraturpreisträgerin aus.

 

Die Kriterien

Als preiswürdig kommen Bücher in Betracht, die

» in deutscher Sprache erschienen sind;
» von zeitgenössischen Autorinnen geschrieben sind, deren kultureller Hintergrund ein Land der sogenannten Dritten Welt ist.
» im Laufe des Vorjahrs der Preisverleihung erschienen sind, damit die Leserinnen und Leser ausreichend Zeit haben, sich mit den Büchern zu beschäftigen;
» keine Neuauflagen oder Taschenbuchausgaben früher erschienener Titel oder Sachbücher sind.
Da mit der Preisverleihung eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse verbunden ist, muss die Autorin bereit sein, zur Preisverleihung nach Frankfurt am Main zu kommen.

 

Die Auszeichnung

In jedem Jahr verleiht der Verein "LiBeraturpreis" seine Auszeichnung und zwar am Sonntag vor der Frankfurter Buchmesse. Die feierliche Preisverleihung findet im Oekumenischen Zentrum Christuskirche auf dem Beethovenplatz im Frankfurter Westend statt. Zwei Tage später wird die Preisträgerin im Rahmen einer Lesung im Literaturhaus erneut der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der LiBeraturpreis ist mit einer symbolischen Summe von 500 Euro dotiert. Verbunden mit dem Preis ist eine Einladung nach Frankfurt, um die Preisträgerin vorzustellen und ihr auf der internationalen Buchmesse die Gelegenheit zu geben, sich und ihre Werke bekannt zu machen.

Finanziert wird der LiBeraturpreis ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen des eingetragenen Vereins und aus Spenden.


www.liberaturpreis.org
LiBeraturpreis e.V.
Bankverbindung
Konto 411 2792
Ev. Kreditgenossenschaft (EKK)
Frankfurt am Main
BLZ 500 605 00
Vorsitzende:
Ingeborg Kaestner
Kracauerstrasse 3
60488 Frankfurt
Tel. (069) 762116
FAX (069) 763116
Ingeborg.Kaestner@gmx.de